{"id":2544,"date":"2022-11-05T21:59:06","date_gmt":"2022-11-05T20:59:06","guid":{"rendered":"http:\/\/demotickerberlin.blackblogs.org\/?p=2544"},"modified":"2022-11-05T21:59:06","modified_gmt":"2022-11-05T20:59:06","slug":"wir-gedenken-am-9-november-2022-der-opfer-der-novemberpogrome-1938-09-11-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/demotickerberlin.noblogs.org\/?p=2544","title":{"rendered":"Wir gedenken am 9. November 2022 der Opfer der Novemberpogrome 1938 (09.11.2022)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4958\" src=\"https:\/\/asanberlin.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/864\/2022\/11\/b0911_1_1.jpeg\" alt=\"\" width=\"1096\" height=\"1544\" \/><\/p>\n<p><strong>+++ Mittwoch 09.11.2022 +++<\/strong><\/p>\n<p>wir berichten am Mittwoch <a class=\"css-4rbku5 css-18t94o4 css-901oao css-16my406 r-1cvl2hr r-1loqt21 r-poiln3 r-b88u0q r-bcqeeo r-1ny4l3l r-1ddef8g r-tjvw6i r-qvutc0\" role=\"link\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/b0911?src=hashtag_click\">#b0911<\/a><span class=\"r-18u37iz\">&nbsp;<\/span><strong>ab 18:00 Uhr<\/strong>&nbsp;von der Demonstration<\/p>\n<p><strong>\ud83d\udd25Wir gedenken am 9. November 2022 der Opfer der Novemberpogrome 1938\ud83d\udd25<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 09.11.2022 | 18:00 Uhr | Levetzowstra\u00dfe 7-8 10555 Berlin<\/strong><\/p>\n<p><strong>Anreise: U9&nbsp;Hansaplatz | Bus 106 Zinzendorfstra\u00dfe | Bus 245 Ottostra\u00dfe | Bus 101, 245 Franklinstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>Web-Ticker:&nbsp;<a href=\"https:\/\/berlin.demoticker.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/berlin.demoticker.org<\/a><br \/>\nMastodon:&nbsp;<a href=\"https:\/\/todon.eu\/@Demo_Ticker_Berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">@Demo_Ticker_Berlin@todon.eu<\/a><br \/>\nTelegram Ticker:&nbsp;<a href=\"https:\/\/t.me\/demotickerberlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/t.me\/demotickerberlin<\/a><br \/>\nTelegram Ticker English:&nbsp;<a href=\"https:\/\/t.me\/demotickerEng\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/t.me\/demotickerEng<\/a><br \/>\nTwitter Accounts: \ud83d\udce2<a href=\"https:\/\/twitter.com\/demo_ticker\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">@demo_ticker<\/a><br \/>\nTwitter Hashtags:&nbsp;<a class=\"css-4rbku5 css-18t94o4 css-901oao css-16my406 r-1cvl2hr r-1loqt21 r-poiln3 r-b88u0q r-bcqeeo r-1ny4l3l r-1ddef8g r-tjvw6i r-qvutc0\" role=\"link\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/b0911?src=hashtag_click\">#b0911<\/a>&nbsp;<a class=\"css-4rbku5 css-18t94o4 css-901oao css-16my406 r-1cvl2hr r-1loqt21 r-poiln3 r-b88u0q r-bcqeeo r-1ny4l3l r-1ddef8g r-tjvw6i r-qvutc0\" role=\"link\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/keinVergeben?src=hashtag_click\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">#keinVergeben<\/a>&nbsp;<a class=\"css-4rbku5 css-18t94o4 css-901oao css-16my406 r-1cvl2hr r-1loqt21 r-poiln3 r-b88u0q r-bcqeeo r-qvutc0\" role=\"link\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/KeinVergessen?src=hashtag_click\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">#KeinVergessen<\/a><\/p>\n<p>\ud83d\udce3 <a href=\"https:\/\/9november.blackblogs.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufruf&#8230;<\/a><\/p>\n<p><strong>\ud83d\uddfa\ufe0f Voraussichtliche Route:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Mahnmal Levetzowstra\u00dfe<\/li>\n<li>Levetzowstra\u00dfe<\/li>\n<li>Gotzkowskystra\u00dfe<\/li>\n<li>Turmstra\u00dfe<\/li>\n<li>Tusneldaallee<\/li>\n<li>Alt Moabit<\/li>\n<li>Stromstra\u00dfe<\/li>\n<li>Zwischenkundgebung Ecke Birkenstra\u00dfe<\/li>\n<li>An der Putlitzbr\u00fccke<\/li>\n<li>Deportationsmahnmal Putlitzbr\u00fccke<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kein Vergeben \u2013 Kein Vergessen: Gedenken hei\u00dft Handeln<\/b><\/p>\n<p>Wie schon in den vergangenen Jahren rufen wir als antifaschistisches B\u00fcndnis f\u00fcr den 9. November 2022 um 18.00 Uhr in Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 zu einer Kundgebung vor dem Mahnmal Levetzowstra\u00dfe sowie zu einer anschlie\u00dfenden Demonstration durch Berlin-Moabit auf.<\/p>\n<p>Wir rufen auf zu einem heute weiterhin notwendigen antifaschistischen Gedenken, das an diesem Ort bereits seit mehreren Jahrzehnten Tradition hat. Im Jahr 1990 organisierte das Antifaschistische Aktionsb\u00fcndnis Moabit die erste Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen mit rund 60 Teilnehmer*innen.<\/p>\n<p>Seit 1990 \u00fcberschatteten die Feierlichkeiten zum Mauerfall das Gedenken an die nationalsozialistischen Pogrome. Das antifaschistische Gedenken in Moabit richtete sich daher von Anfang an sowohl explizit gegen den erinnerungspolitischen Konsens der BRD als auch gegen den wieder sp\u00fcrbar anwachsenden deutschen Nationalismus.<\/p>\n<p>Damals war das Gedenken an die Novemberpogrome kaum verbreitet in der Linken und erst Recht nicht beim Rest der deutschen Gesellschaft. Es fand bis zu diesem Zeitpunkt haupts\u00e4chlich in den j\u00fcdischen Gemeinden statt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig war mit den Republikanern eine extrem rechte Partei in Fraktionsst\u00e4rke Teil der Berliner Bezirksverordnetenversammlungen und Neonazi-Parteien, wie die FAP, waren aktiv auf den Stra\u00dfen. Auch als Antwort auf die rassistischen Pogrome und Brandanschl\u00e4ge in den 1990er Jahren, wie in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen, gab es nur eine Konsequenz: Gedenken muss antifaschistisch sein.<\/p>\n<p>Ein Gedenken, das zugleich laut sowie k\u00e4mpferisch und den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist. Nicht zuletzt war das Gedenken selbst Ziel von Angriffen, wie der Bombenanschlag auf das Deportations-Denkmal auf der Putlitzbr\u00fccke 1992 zeigte.<\/p>\n<p><b>9. November 1938 \u2013 Auftakt der Entscheidung zur Vernichtung<\/b><br \/>\nIn den Tagen um den 9. November 1938 wurden insgesamt rund 1.300 J\u00fcdinnen*Juden ermordet, zahlreich misshandelt sowie vergewaltigt und \u00fcber die H\u00e4lfte der Gebetsh\u00e4user und Synagogen im damaligen Deutschen Reich zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der deutsche Mob drang in seiner antisemitischen Zerst\u00f6rungswut in Gesch\u00e4fte und Wohnungen ein. Ein hasserf\u00fcllter Ausbruch, von NSDAP und SA orchestriert und mithilfe einer willigen deutschen Masse ausgef\u00fchrt. Auf das staatlich initiierte Pogrom folgten ab dem 10. November die ersten reichsweiten systematischen Deportation von 30.000 J\u00fcdinnen*Juden in Konzentrationslager \u2013 etwa 6.000 von ihnen kamen aus Berlin.<\/p>\n<p>Bis zum 9. November 1938 hatte das nationalsozialistische Deutschland J\u00fcdinnen*Juden Schritt f\u00fcr Schritt mit Berufsverboten, Ausschluss aus Universit\u00e4ten und Schulen, den sog. N\u00fcrnberger Rassegesetzen und dem Raub j\u00fcdischen Eigentums aus der Gesellschaft ausgegrenzt und verarmen lassen sowie zur Zwangsarbeit gezwungen.<\/p>\n<p>Nach den Pogromn\u00e4chten lag der Fokus der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik zun\u00e4chst auf der Vertreibung der als j\u00fcdisch Verfolgten aus dem deutschen Reichsgebiet, wobei die Emigration einem zerm\u00fcrbenden Spie\u00dfrutenlauf durch die deutsche B\u00fcrokratie gleichkam. Zus\u00e4tzlich mussten die Verfolgten bestimmte Bedingungen f\u00fcr das Visum im Ausland erf\u00fcllen. Chronisch Kranken, Alten und all jenen, die etwa keinen Berufsabschluss hatten (was insbesondere Frauen betraf), wurde das Visum verwehrt. Zudem betrieben die meisten L\u00e4nder eine restriktive Einwanderungspolitik.<\/p>\n<p>Mit dem \u00dcberfall Deutschlands auf Polen begann 1939 die NS-Eroberungspolitik. Hinter den Truppen der nach Osteuropa vorr\u00fcckenden Wehrmacht folgten die deutschen Einsatzgruppen, die die als \u201eVolksfeinde\u201c gebrandmarkten Menschen in Massenerschie\u00dfungen ermordeten. Neben J\u00fcdinnen*Juden wurden nach Sch\u00e4tzungen etwa 500.000 Rom*nja und Sinti*zza im Porajmos, Homosexuelle, Menschen mit vermeintlichen Behinderungen und psychischen Krankheiten, Kommunist*innen und andere politische Gegner*innen sowie weitere Opfergruppen ermordet.<\/p>\n<p>Die NS-Vernichtungspolitik gipfelte in der Shoah, dem industriellen Massenmord. Die Entscheidung dazu fiel vermutlich im Winter 1941. Bis 1945 ermordeten die Deutschen sechs Millionen J\u00fcdinnen*Juden.<\/p>\n<p><b>Gedenkpolitik als praktischer Antifaschismus<\/b><br \/>\nDas einpr\u00e4gsame Zitat von Primo Levi \u201eEs ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen\u201c bringt seit jeher den Antrieb f\u00fcr unsere Demonstration zum Ausdruck. Der Vorsatz, die Gesellschaft so einzurichten, dass sich die nationalsozialistischen Gr\u00e4ueltaten eben nicht wiederholen und eine Welt des Friedens und der Freiheit zu schaffen, ist Voraussetzung f\u00fcr antifaschistische Praxis. Im staatlichen Gebrauch verkommt das \u201eNie Wieder\u201c zu einer Erfolgsgeschichte mit liberaler Demokratie und Grundgesetz als einzig m\u00f6glichem Happy End. Dabei wird die Kontinuit\u00e4t antisemitischen und rassistischen Gedankenguts und die hieraus motivierte Gewalt verdr\u00e4ngt, besch\u00f6nigt und zu Einzeltaten heruntergespielt.<\/p>\n<p>Das Gedenken am 9. November am Mahnmal Levetzowstra\u00dfe soll explizit nicht unter dem Deckmantel \u201edeutscher Aufarbeitung\u201c zu Verharmlosung, Verleugnung, Verdr\u00e4ngung oder Historisierung der Shoah beitragen. Es soll sich nicht instrumentalisieren lassen k\u00f6nnen und entgegen einer Vereinnahmung der Erinnerung f\u00fcr staatliche Zwecke und der Standortlogik stehen.<\/p>\n<p>Wir unterstreichen mit diesem Gedenken unsere Forderung nach Entsch\u00e4digung der letzten \u00fcberlebenden Opfer des Nationalsozialismus und der Shoah. Au\u00dferdem verlangen wir, dass noch lebende NS-T\u00e4ter*innen bestraft werden: Wir wenden uns gegen einen Schlussstrich. Die Erinnerung und die andauernde Vergegenw\u00e4rtigung der Verbrechen des NS-Regimes und die Kontinuit\u00e4t rassistischer, antisemitischer und nationalistischer Einstellungen, die damals zum millionenfachen Mord gef\u00fchrt haben, ist die Basis eines gegenw\u00e4rtigen Antifaschismus.<\/p>\n<p><strong><em>Kampf den alten und neuen Nazis. Kampf dem Antisemitismus und Rassismus.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Gedenken hei\u00dft Handeln!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Weitere&nbsp;<a href=\"http:\/\/9november.blackblogs.org\/material\/broschuere\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hintergr\u00fcnde<\/a>, den diesj\u00e4hrigen Aufruf und&nbsp;<a href=\"http:\/\/9november.blackblogs.org\/termine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Veranstaltungsank\u00fcndigungen<\/a>&nbsp;findet Ihr auch auf dieser Homepage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++ Mittwoch 09.11.2022 +++ wir berichten am Mittwoch #b0911&nbsp;ab 18:00 Uhr&nbsp;von der Demonstration \ud83d\udd25Wir gedenken am 9. 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