{"id":2672,"date":"2022-11-15T21:02:59","date_gmt":"2022-11-15T20:02:59","guid":{"rendered":"http:\/\/demotickerberlin.blackblogs.org\/?p=2574"},"modified":"2022-11-15T21:02:59","modified_gmt":"2022-11-15T20:02:59","slug":"trans-day-of-rememberance-niemand-ist-vergessen-20-11-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/demotickerberlin.noblogs.org\/?p=2672","title":{"rendered":"Trans Day of rememberance \u2013 Niemand ist vergessen! (20.11.2022)"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/asanberlin.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/864\/2022\/11\/b2011_1_1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5044\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>+++ Sonntag 20.11.2022 +++<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>wir berichten am Sonntag\u00a0 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/b2011?src=hashtag_click\" target=\"_blank\">#b2011<\/a> \u00a0<strong>ab 15:00 Uhr<\/strong>\u00a0von der Kundgebung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trans Day of rememberance \u2013 Niemand ist vergessen! <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sonntag, 20.11.2022 | 15:00 Uhr | Warener Stra\u00dfe 1 12683 Berlin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anreise: Bus 154 Rapsweg\/Unfallkrankenhaus | U5, S5, Bus 191, 291 Wuhletal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinsame Anreise: <\/strong><strong>14:20 | <\/strong><strong>U Bahnhof Frankfurter Allee <\/strong><strong>(Treffpunkt: am Gleis U5)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Web-Ticker:\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/berlin.demoticker.org\/\" target=\"_blank\">https:\/\/berlin.demoticker.org<\/a><br \/>Mastodon:\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/todon.eu\/@Demo_Ticker_Berlin\" target=\"_blank\">@Demo_Ticker_Berlin@todon.eu<\/a><br \/>Telegram Ticker:\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/t.me\/demotickerberlin\" target=\"_blank\">https:\/\/t.me\/demotickerberlin<\/a><br \/>Telegram Ticker English:\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/t.me\/demotickerEng\" target=\"_blank\">https:\/\/t.me\/demotickerEng<\/a><br \/>Twitter Accounts: \ud83d\udce2<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/twitter.com\/demo_ticker\" target=\"_blank\">@demo_ticker<\/a><br \/>Twitter Hashtags:  <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/b2011?src=hashtag_click\" target=\"_blank\">#b2011<\/a> <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Transfeindlichkeit?src=hashtag_click\" target=\"_blank\">#Transfeindlichkeit<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>\n\n\ud83d\udce3 <a href=\"https:\/\/antifa-nordost.org\/13467\/trans-day-of-rememberance-niemand-ist-vergessen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Aufruf&#8230;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufruf zur Kundgebung: Internationaler Tag zur Erinnerung an die Opfer von trans Feindlichkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>327 ermordete trans Menschen wurden zwischen dem 1. Oktober 2021 und dem 30. September 2022 vom Trans Murder Monitoring registriert. \u00dcber 95% der ermordeten Menschen waren trans Frauen oder transfeminine Menschen, von der H\u00e4lfte wird gewusst, dass sie als Sexarbeiter:innen arbeitete bzw. arbeiten mussten. 65% wurden rassifiziert, 36% der Ermordeten innerhalb der EU waren Migrant:innen. Da die Daten aus Medienberichten gewonnen werden und diese h\u00e4ufig das gesellschaftlich normative Geschlecht angeben oder schlicht nicht bekannt ist, dass die Person trans war, d\u00fcrfte die Zahl der Ermordeten noch deutlich h\u00f6her liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder einzelne dieser Menschen ist einer zu viel. Die Zahlen spiegeln auch die hohe Misogynie, den Rassismus, Hass auf Migrant:innen und die \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig prek\u00e4ren Lebensbedingungen von trans Menschen wider, die durch die institutionalisierte und gesellschaftliche Diskriminierung in unsichere und gewaltvolle Arbeitsverh\u00e4ltnisse gedr\u00e4ngt werden, um ihren Lebensunterhalt irgendwie sichern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 20.11, dem internationalen Tag der Erinnerung an die Opfer von trans Feindlichkeit (transgender day of remembrance) m\u00f6chten wir den ermordeten Menschen gedenken und eine k\u00e4mpferische Kundgebung gegen die Unterdr\u00fcckung von trans Menschen organisieren . Wir wollen dabei an Orte gehen, die symbolisch f\u00fcr diese Unterdr\u00fcckung stehen und haben uns darum entschieden, uns vor dem Berliner Unfallkrankenhaus zu treffen, wo das k\u00e4mpferische Leben von Ella Nik Bayan endete.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Lebensgeschichte von Ella lassen sich die Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnisse, mit denen trans Menschen zu k\u00e4mpfen haben, nachzeichnen. Ella wurde in Deutschland als Gefl\u00fcchtete und als trans Frau unterdr\u00fcckt. Im Iran geboren und wegen ihres Geschlechts von Familie und Gesellschaft bedroht musste sie von dort fliehen. Ihr Weg f\u00fchrte durch die iranische W\u00fcste in prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse in der T\u00fcrkei, \u00fcber das Meer nach Griechenland und von dort aus nach Deutschland. Doch auch hier angekommen machten ihr Transfeindlichkeit und die gesetzlich geregelte Unterdr\u00fcckung von Gefl\u00fcchteten das Leben zur H\u00f6lle. Sowohl in ihrer Zeit in Magdeburg als auch hier in Berlin erlebte sie Hass. Sie wurde auf offener Stra\u00dfe beleidigt, vom Nachbarn bedroht und von Jugendlichen verpr\u00fcgelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ursprung dieser Hassverbrechen findet sich auch in der institutionalisierten Unterdr\u00fcckung von trans Menschen und Gefl\u00fcchteten. Ellas Asylantrag wurde nach zwei Jahren des Wartens trotz der staatlichen Verfolgung queerer Menschen im Iran abgelehnt, sie musste klagen. F\u00fcr Ella bedeutete dies, dass sie \u00fcber mehrere Jahre hinweg nur medizinische Notfallma\u00dfnahmen in Anspruch nehmen konnte. Grund daf\u00fcr war das Asylbewerberleistungsgesetz, durch welches 1993 im sogenannten Asylkompromiss in Reaktion auf das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen das Asylgesetz mitversch\u00e4rft wurde und in dem unter anderem geregelt ist, dass die medizinische Behandlung f\u00fcr Asylsuchende stark eingeschr\u00e4nkt wird. Hormonbehandlungen oder geschlechtsangleichende Operationen fallen nicht darunter. Termine bei Beh\u00f6rden wie dem BAMF (Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge) und dem Jobcenter waren f\u00fcr Ella entw\u00fcrdigend, Mitarbeitende weigerten sich sie mit dem richtigen Namen anzusprechen und schrien sie mit Beleidigungen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ella nicht mehr konnte entschied sie sich f\u00fcr einen wachr\u00fcttelnden Suizid. Sie stellte sich mitten auf den Alexanderplatz und setzte sich selbst in Brand. Eine Art des Suizids, die immer wieder als letztes politisches Statement genutzt wird. Doch auch nach ihrem Tod h\u00f6rten die misogynen und transfeindlichen Angriffe nicht auf. Noch im Unfallkrankenhaus wurden durch eine:n Mitarbeiter:in Fotoaufnahmen ihres teils entkleideten Leichnams gemacht und ver\u00f6ffentlicht. Ihr Grab auf dem Friedhof der Sozialist:innen in Friedrichsfelde wurde mehrmals gesch\u00e4ndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ella ist nicht der einzige Mensch, der durch Transfeindlichkeit umgekommen ist. Erst im August diesen Jahres wurde Malte auf dem CSD in M\u00fcnster ermordet, nachdem er Frauen* zur Hilfe kam, die zuvor homophob beleidigt wurden und der T\u00e4ter ihn als trans Mann erkannte. Malte erlag seinen Verletzungen eine Woche sp\u00e4ter im Krankenhaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Wollen wir uns gegen die Unterdr\u00fcckung von trans Menschen einsetzen gilt es daher nicht nur in Richtung anderer L\u00e4nder zu zeigen. Auch in Deutschland werden Menschen durch das sogenannte \u201cTranssexuellengesetz\u201d weiterhin gezwungen teure psychologische Gutachten in Auftrag zu geben, daf\u00fcr entw\u00fcrdigende Fragen zu beantworten und eine lange Zeit auf den ben\u00f6tigten Gerichtsbeschluss zu warten \u2013 und das alleine f\u00fcr den eigentlich simplen Verwaltungsakt des sogennnten \u201eGeschlechtseintrag\u201c offiziell \u00e4ndern zu lassen. Selbst das b\u00fcrgerliche Recht in Form des BGH sieht hier mehrere Grundrechte der davon Betroffenen angegriffen und forderte die Legislative in den vergangenen Jahren regelm\u00e4\u00dfig auf die Gesetzgebung zu \u00e4ndern. Auf das Selbstbestimmungsgesetz, dass diese fragw\u00fcrdige Prozedur aufheben soll, warten wir immer noch. Auch dieses Jahr wird es nicht kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6chten Menschen von der Krankenkasse geschlechtsangleichende Leistungen in irgendeiner Form bewilligt bekommen besteht weiterhin der Zwang sich pathologisieren zu lassen und zwangsweise an Therapiesitzungen teilzunehmen. F\u00fcr Menschen, die nicht in das bin\u00e4re Geschlechtssystem hineinpassen, ist der Zugang zu diesen medizinischen Leistungen noch schwieriger. Diskriminierung bei der Lohnarbeitssuche und im Job, die in eine erh\u00f6hte Erwerbslosigkeit f\u00fchrt und Menschen in prek\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse zwingt, eine h\u00e4ufig mangelhafte Gesundheitsversorgung und Anfeindungen im gesellschaftlichen Leben runden das ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gilt: nicht das trans sein ist eine psychische Erkrankung, diese Verh\u00e4ltnisse machen Menschen erst krank! Besonders getroffen werden davon trans Frauen, Migrant:innen, rassifizierte und in besonders prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen gefangene Menschen, da sie zus\u00e4tzlich unter der im Patriarchat vorherrschenden Misogynie leiden, Rassismus und soziale Ausgrenzung erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der trans day of remembrance ist f\u00fcr uns daher nicht nur ein Tag zum Gedenken an die Verstorbenen. Wir rufen auch auf zu einer k\u00e4mpferischen Kundgebung gegen die unterdr\u00fcckenden Verh\u00e4ltnisse!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lasst uns gemeinsam dagegen k\u00e4mpfen und dabei Ella, Malte und alle anderen in Erinnerung behalten \u2013 niemand ist vergessen!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++ Sonntag 20.11.2022 +++ wir berichten am Sonntag\u00a0 #b2011 \u00a0ab 15:00 Uhr\u00a0von der Kundgebung Trans Day of rememberance \u2013 Niemand ist vergessen! 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